Gespeichert unter: Big Shocking Moments | Schlagworte: Gläserner User, StudiVz, TC
Jeder kennt die typischen Profile auf der Plattform StudiVz. Zu finden sind darauf Angaben über Name, Alter, Herkunft und Interessen. Doch was ich letztens auf einer der Chemnitzer Community-Plattformen namens „Triff Chemnitz“ entdeckt habe, schlug mir gehörig auf den Magen.
Da schrieben Nutzer frei von der Leber weg, dass kürzlich ein Kumpel/Verwandter/Geliebter von demjenigen bzw. derjenigen gestorben wäre.
Ich weiß, dass es oft hilft, in solchen Situationen mit jemanden darüber zu sprechen um das Erlebte zu bewältigen. Diese, oftmals noch nicht volljährigen, Nutzer machen dies aber öffentlich. Tut mir leid, nennt mich konservativ und altbacken, aber das geht für mich zu weit.
Wie profilierungsgeil muss jemand sein, der sowas ins Netz, wo praktisch jeder das Lesen kann? Da kann man ja gleich nackt durch die Gegend laufen.
Apropos, das ist ja gleich das nächste. Meist weibliche Nutzer stellen (halb-)nackte Bilder von sich ins Netz. Jeder der Lust und Laune hat, kann sich die Bilder in deren Fotoalben anschauen und bewundern.
Das wäre ja alles kein Problem, wenn diese Nutzerinnen ihr 18.Lebensjahr schon erlebt hätten. Die meisten von denen sich aber weit unter der Volljährigkeitsgrenze, was ihr Fotos schon leicht anrüchig werden lässt.
Jetzt könnte ja jemand kommen und sagen, dass gehört zur persönlichen Entwicklung und Charakterausbildung. Das halte ich jedoch für völligen Schwachsinn. 15jährige müssen sich nicht auf die Titten glotzen lassen, um den eigenen Charakter zu festigen. Außer es soll genau in die Richtung später mal gehen.
Zurück zum Thema „Trauer um einen Freund, und das ganze Online“. Was bewegt einen Menschen dazu, so etwas publik zu machen? Die wenigsten der Leser, die diese Nachrichten an die Welt verfolgen, kennen den Verstorbenen. Also was soll das Ganze? Manche von den Verstorbenen waren sogar bei dieser Plattform angemeldet. So kann man problemlos sich den Toten nochmal ganz in Ruhe anschauen wenn man mag, vielleicht lernt man ihn ja jetzt besser kennen.
Für mich ist das alles nur eine makabere Show, die in den meisten Fällen nur dazu dient, sich selber wichtig zu machen durch den Tod eines Freundes. Da kommt mir spontan das Wort „Judaslohn“ in den Kopf. Aber ok.
Sicher ist es für einige wenige auch ein (nicht ganz so stiller) Nachruf. Aber dafür gibt es genügend andere Wege, als das in irgendwelchen pseudo-tiefgründigen Foren zu tun, zwischen Themen wie „Atomwaffen – Segen oder Fluch?“, „Hexerei und Geister“ und (ich zitiere) „Aerbeitsplatzvernichtung“.
Erik
7 Kommentare bis jetzt
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haha das ist doch garnix, ich hab schon Profile gesehen, da haben Leute irgendwelche Anwaltsschreiben über Alimenteforderungen eingestellt und sich über ihre Ex-Frau aufgeregt…:P
Kommentar von Clemens April 14, 2008 @ 11:11Triff Chemnitz ist Abschaum – größtenteils zumindest.
Kommentar von textfehler April 15, 2008 @ 9:16Eigentlich bin ich was Social Networks anbelangt ziemlich abgehärtet, es gibt nichts, was es nicht gibt. Gut, das Wort „Ficken“ taucht in keinem SchuelerVZ-Gruppennamen auf – nennt sich Jugendschutz. Wenn man sich dann allerdings die Profile anschaut….
Kommentar von Stefan April 15, 2008 @ 3:36Das die Hemmschwelle der Leute in solchen Netzwerken so gering ist liegt an der mangelnden Medienkompetenz.
Also ist der Ansatz nicht bei den Leuten an sich, sondern die generelle Aufklärung und das Schulsystem. Da wird in Informatik lieber mit Turbo Pascal rumexperimentiert anstatt Netzkompetenz vermittelt.
Aufklärung ist ja schön und gut.
Aber sowas hat, zumindest für meine Begriffe, was mit Pietät zu tun.
Erstens wird es niemanden interessieren, der die Person nicht kennt. Geht mir so, ich les auch nicht die Todesanzeigen von Personen, deren Namen mir nichts sagen.
Das führt zu Zweitens, der Überlegung, dass sie es dann nur machen, um auf sich aufmerksam zu machen. Das Prinzip, wer am lautesten schreit bekommt mehr Aufmerksamkeit funktioniert heutzutage in Social Networks nicht mehr. Nur wer bis dato „neuartige“ Aktionen macht, erweckt Interesse.
Aber du hast im Grunde Recht, Netzkompetenz fehlt einfach an allen Enden und Ecken. Den Eltern ist es mehr oder weniger egal, was die Kinder im Netz treiben, bzw. können sie das gar nicht überwachen.
Die Schulen haben ihren Lehrplan und weichen nur selten davon ab. Also woher bitte soll ein Jugendlicher Netzkompetenz erlangen?
Kommentar von dermedienfuzzi April 15, 2008 @ 5:08Ich glaube dieser Sittenverfall ist nicht durch fehlende Netzkompetenz bedingt, sondern wahrscheinlich nur dadurch verstärkt.
Die grundlegenden Probleme wie gesunkene Hemmschwellen sind vorher schon (latent) im wahren Leben vorhanden.
Das schlimme am TC scheint aber zu sein, dass sich auch Studenten zu Diskussionen auf niedrigstem Niveau hinreisen lassen – da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen.
Was die Sache mit dem Profilierungswahn in Social Networks angeht, stimme ich dem Vorkommentator zu. Man muss wohl schon sehr krasse Aktionen veranlassen um aufzufallen.
Kommentar von textfehler April 16, 2008 @ 7:27studi VZ ist harmlos ihr soltet das mal nicht so aufspielen da gibts bedeudent schlimmere internet Seiten frag mich was die disskusion soll?grus
Kommentar von thomas August 7, 2008 @ 7:47Aha. Und welche Seiten sollten das sein?
Kommentar von dermedienfuzzi August 7, 2008 @ 7:53